Sportlicher Höhepunkt der 100-Jahrfeier war zweifellos das als Legendenspiel hochstilisierte Aufeinandertreffen altgedienter Brühler Handballkämpen. Schon lange vor Beginn war rund um die Platte der neuen Sporthalle kein Platz mehr für die vielen Interessenten, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Mangels nicht vorhandener Tribünen wurden unzählige Bierbänke vom Festgelände in die Trainingshalle geschafft, selbst Stehplätze waren restlos ausgebucht.

Beide Mannschaften, sie nannten sich Weiß/Schwarz und Schwarz/Weiß wollten sich zuvor natürlich nicht in die Karten schauen lassen. Aus unbestätigten Quellen soll es Geheimtrainings hinter verschlossenen Türen gegeben haben, Ehrgeiz gab es auf beiden Seiten genug.

Alleine der Blick auf die Aufstellung der beiden Teams verrät, daß hier das who is who des Handballsports der Hufeisengemeinde aus vergangenen Tagen, Jahren, ja Jahrzehnten auflaufen wird. Selbst das Coaching war professionelle Ehrensache. Team Weiß/Schwarz hörte uneingeschränkt auf das Kommando von Heinz Riese, das von Schwarz/Weiß auf das von Hand Blau, beide selbst bereits legendär. Selbstverständlich war auch genügend Frauenpower mit an Bord. Mannschaft W/S bot vier Damen mit auf, Mannschaft S/W gleich deren fünf. Und wer außer einer weiteren Legende, nämlich Thomas Gaisbauer, hätte diese Partie wohl als Schiedsrichter souverän leiten sollen. 

Es war also angerichtet und nach dem ersten Pfiff gab es kein Halten mehr, weder bei den Zuschauern, noch bei den Aktiven. Beide Teams natürlich darum bemüht, das Spiel zu gewinnen, aber es sollte dennoch fair zugehen. Dies wurde auch umgesetzt. S/W lag ergebnismäßig ständig vorne, aber W/S ließ sich auch nicht lumpen. Den Zuschauern wurde alles geboten, was die Handballherzen höher schlagen ließ. Zügiges Kombinationsspiel, verwirrende Paßfolgen, knallharte Abschlüsse und Torwartparaden in Hülle und Fülle, selbst No Look Pässe wurden eingestreut, ob sie nun ankamen oder nicht. Während sich bei Team W/S Sabine Wacker und Altmeister Robert Bühn den eigenen Kasten teilten, gab es bei Team SW mit Marc Marihsen nur einen Keeper, der die gänzliche Spielzeit mit Bravour das Tor hütete. Beide Mannschaften spielten übrigens mit eigens geschaffenen Trikots, die die Bedeutung explizit hervorhoben, außerdem gab es mit Stefan Röger einen fachkundigen Livekommentator, der sich wohltuend dezent im Hintergrund hielt, sich aber jederzeit akustisch einschaltete, um allen Außenstehenden mitzuteilen, was gerade geschah. Es ist an dieser Stelle müßig, jeden Einzelnen hervorzuheben, der auf der Platte stand, verdient hatten es alle. Daß das Spiel übrigens 22:22 endete, war sicher kein Zufall, aber paßte zu dem großartigen Rahmen an diesem geschichtsträchtigen Tag. Verletzt hatte sich außer Daniel Klauser gottlob niemand, aber auch er kann es sicher verschmerzen. Das Spiel wird sicher in die Annalen des TV Brühl eigehen und das zu recht.

Für Team Weiß/Schwarz spielten: Sabine Wacker, Robert Bühn; Marc Huber, Jürgen (Ott`l) Schäfer, Christian Langer, Robert Schmitt, Bibi Simsek, Michael Brand, Claudia Wartenberg, Johannes Rist, Daniel Klauser, Markus Pfeifer, Eva Zimmermann und Tino Dobrotka.

Team Schwarz/Weiß: Marc Marihsen; Patrick Faulhaber, Markus Kohler, Dennis Nachtigall, Daniel Göck, Kerstin Siebenlist, Anja Kemptner, Karin Schäfer, Ines Zschiesche, Gael Zimmermann, Marco Krupp, Anita Gaisbauer und Dennis Schäfer. 

ako    

Bild: Böhm

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