Verbandsliga Frauen: TV Edingen – TV Brühl 20:18 (9:11)
Das Brühler Miniaufgebot hielt sich über die gesamte Spielzeit beachtlich gut und hatte die am Ende feststehende 18:20 Niederlage wirklich nicht verdient. Das geflügelte Wort „erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu“ traf den Nagel auf den Kopf.
Dabei hatte Trainer Örs Konrad vor Beginn wenigstens die frohe Botschaft mitgeteilt, wenigstens zwei Feldspielerinnen auf der Bank sitzen zu haben. Kristina Zeko wirkte mit und Victoria Böhrer verstärkte zudem das Gästeteam. Natürlich ging es um die Frage, wie weit die Füße tragen und wer sollte neben Joceline Tomann dem Mittelblock angehören. Die Antwort lautete: praktisch jeder. Und die Brühlerinnen spielten das auch gut, Edingen wußte oft nicht, wo sie anfangen sollten. Die Gastgeberinnen machten natürlich die Mitte zu, der TVB war gezwungen, seine Treffer über die Aussen zu favorisieren. Trotz der Personalmisere waren die Brühlerinnen dem Tabellenzweiten spielerisch zumindest gleichwertig. Edingen versuchte es meist durch die Mitte, ständig drohte das Zeitspiel.
So war es wenig verwunderlich, daß Brühl nach einer Viertelstunde relativ entspannt mit vier Toren führte (8:4). Edingen schaffte zwar mit viel Kraftaufwand den 8:8 Ausgleich, zur Pause lagen die Gäste wieder mit zwei Toren vorne (11:9).
Den so noch nie aufgestellten Gäste plagten in Hälfte zwei natürlich Konditions- und Konzentrationsschwächen. Das führte vermehrt zu technischen Fehlern, die Edingen in die Karten spielten. Nach dem 14:14 setzten sich die Gastgeberinnen mit zwei (16:14), wenig später mit drei Toren ab (18:15). Aber die Brühlerinnen kämpften um jeden Ball und kamen tatsächlich noch einmal zurück. Unter dem Jubel der TVB-Fans erzielte Nele Roos den 18:18 Ausgleich, da waren noch knapp vier Minuten zu spielen. Durch Unachtsamkeiten der kräftemäßig auf der letzten Rille agierenden Gäste erzielte Edingen nicht nur per Tempogegenstoß das 19:18, sondern ließen sich die TVB-Chancen nicht mehr verwerten. Das 20:18 in der letzten Sekunde war egal.
Zum altbekannten Thema Schiedsrichter gäbe es etliches zu sagen. Nur soviel: alles was überhaupt pfeifenswert war, wurde gepfiffen, jedoch einseitig zu Gunsten der Gastgeberinnen, die eigentlich machen konnten, was sie wollten, ohne dafür belangt zu werden. Das umkämpfte, aber insgesamt faire Spiel kostete Edingen lediglich zwei Zeitstrafen, bei den Brühlerinnen schlug das mit sieben Bestrafungen heftig ins Kontor. Örs Konrad erhielt auch noch Gelb, weil er die Unparteiischen auf ihren Leitungsstil hinwies. Wortgefechte nach der Partie in der SR-Kabine waren wohl heftig, weil zu hören.
Im letzten Heimspiel an nächsten Sonntag, 15.30 Uhr, gegen die SG Heidelsheim/Helmsheim sollen dafür zwei Punkte her.
TV Brühl: Pristl, Göbel; Zeko (1), Gross (3), Rühle (2), V. Böhrer, Roos (1), Hartmann (2), Garvanovic (7/3), Tomann (2).
ako