Unter den Erwartungen geblieben

Verbandsliga Frauen: SG KIT/MTV Karlsruhe – TV Brühl 22:20 (10:9)

Donnerstagabend ein Nachholspiel in Karlsruhe ist sicher nicht jedermanns Sache, aber es paßte  terminlich eben nicht anders. Trainer Örs Konrad machte sich mit den acht verbliebenen Feldspielerinnen auf die Reise mit der Hoffnung: „dass wenn wir unser Spiel 60 Minuten lang durchziehen können, gewinnen wir es auch.“ Mit dieser Aussage hatte er den berühmten Nagel auf den Kopf getroffen, allerdings galt sie nur für 50 Minuten, was am Ende knapp nicht reichte.

Über die gesamte Spielzeit gesehen war es eine Partie von zwei gleich starken Mannschaften, mit dem besseren Ergebnis für die Gastgeberinnen, insofern nicht einmal unverdient.

Die 22 Gegentore basierten auf einer passablen Abwehrleistung der Brühlerinnen und zweier gut haltenden Torhüterinnen. Dass die Begenung keine bessere Wendung für die Gäste nahm lag an deren zu wenigen eigenen Treffern.

Die ersten zehn Minuten liefen unspektakulär ab (3:3), bevor sich Karlsruhe erste Vorteile verschaffte und sich mit drei Toren absetzte (8:5 und 10:7). Gerade in der Zeit der sich abzeichnenden SG-Führung mehrten sich die Fehler auf Brühler Seite. Schon das Zusammenspiel lief nicht immer rund, dazu viele Einzelaktionen ohne die entsprechende Effektivität. Aber der Kampfgeist erlahmte nie. Die Folge war die Verkürzung bis zur Pause auf ein ansehnliches 9:10.

Wie würde es in der zweiten Hälfte weiter gehen? Nur ganz kurz gut, denn Anja Gross besorgte den ersten Treffer zum 10:10 Ausgleich. Dann folgte jedoch eine fast zehnminütige Torflaute der Gäste, in der praktisch nichts gelang. Mangelnde Durchschlagskraft im Angriff gepaart mit ungenügender Wurfqualität und tecjhnischen Fehlern verhalfen der SG zum Umschwung. Eine TV-Auszeit brachte zunächst auch keine Besserung. Der mittlerweile sieben Tore Vorsprung der Gastgeberinnen (19:12) eine Viertelstunde vor Schluß schien die Niederlage der Brühlerinnen zu bestätigen. Aber soweit war es noch lange nicht, denn die Gäste bäumten sich jetzt endlich auf und spielten wie gewohnt auf. Die Brühlerinnen holten Tor um Tor auf, die Karlsruherinnen jetzt völlig konsterniert. Nele Roos, Julia Werle-Urban und Maike Röschel verkürzten mit ihren Toren bis auf 20:21 (58. Minute). Der Lohn wäre zumindest der Ausgleich gewesen, aber der fiel nicht mehr. Die SG verteidigte mit Mann und Maus und hatte auch das Glück auf seiner Seite, denn ihnen gelang der letzte Treffer zum 22:20 Endstand.

Natürlich hätte dieses Spiel eine andere Wendung nehmen können, aber die kam nicht. Ein Nachtrauern über vier vergebene Strafwürfe, das Verwandeln eigentlich eine Stärke der Brüherinnen, hilft ebenfalls nicht. Aber jetzt gibt es erst einmal eine dringend notwendige Osterpause, bevor am 12. April, 15.30 Uhr, die TSG Wiesloch als praktisch fest stehender Aufsteiger seine Visitenkarte in Brühl abgibt.          

TV Brühl: Göbel, Pristl; Roos (3), Gross (2), S. Schneider, Werle-Urban (2), Tomann (1), Röschel (7/4), V. Böhrer (2), Garvanovic (3).

ako

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