Verbandsliga Frauen: TV Brühl – TSG Wiesloch 27:35 (15:18)
Wer vor dem Spiel geglaubt hatte, dass sich die TSG Wiesloch als längst feststehender Aufsteiger mit einer lockeren Kaffeefahrt nach Brühl zufrieden geben würde, sah sich von der ersten Sekunde an getäuscht. Zahlenmäßig und körperlich überlegen ließen die Gäste den Brühlerinnen keine Chance und gewannen die faire Partie, allerdings um ein paar Tore zu hoch, mit 35:27.
Die Gastgeberinnen machten sicher kein schlechtes Spiel, waren aber was Tempo und Angriffswucht angeht deutlich unterlegen. Die TSG agierten darüber hinaus variabel und erzielten ihre Treffer aus allen Lagen und waren kaum auszurechnen, technische Fehler gab es nur wenige. Wegen ihres durchdachten Angriffsspiels bekam die Brühler Deckung nicht oft genug den entsprechenden Zugriff. Trotz guter TV-Torhüterleistungen waren die 35 Gegentreffer aussagekräftig genug.
Trainer Örs Konrad war vor der Partie noch verhalten optimistisch: „aber nur wenn bei uns alles optimal läuft, haben wir Chancen.“ Womit er Recht behalten sollte. Die Brühlerinnen begannen selbst temporeich und suchten ihr Heil in der Offensive. Das klappte in den ersten zehn Minuten gut (6:6), bevor sich die Gäste absetzten (9:6 und 13:10). Erleichtert wurde das Procedere durch die zu hohe Fehlerquote bei den Gastgeberinnen. Abspielfehler, mangelhaftes Paßspiel und damit verbundene Ballverluste erleichterten es der TSG. Durch das hohe Tempo reichte das Rückzugsverhalten der Brühlerinnen nicht immer aus, Tempogegenstöße ermöglichten es den Gästen zu leichten Toren zu kommen. Als Wiesloch auf 16:10 davonzog, ahnten die Brühler Handballfans schon Schlimmes, aber ihr Team, angeführt von Maike Röschel, kämpfte sich zurück und nährte sich bis zur Halbzeit weiter am weiteren positiven Spielverlauf.
Auch in der Anfangsviertelstunde der zweiten Halbzeit sah es mehrmals verdächtig danach aus, dass sich die Brühlerinnen dem übermächtig scheinenden Gegner doch noch ein Bein stellen könnten. Bei zwei Toren Rückstand und eigenem Ballbesitz zuletzt beim 22:24. Das gelang wegen technischen Unzulänglichkeiten jedoch nicht, die Gäste schlugen daraus weiter Kapital und legten das 27:22 vor. Verständlicherweise waren die Brühlerinnen, kräftemäßig am Limit, dazu nicht mehr in der Lage. Dass Wiesloch den Vorsprung gegen Ende weiter ausbaute spielte keine Rolle mehr.
Trainer Örs Konrad: „Wiesloch war der stärkste Gegner gegen den wir gespielt haben. Wir haben gut dagegengehalten, die Niederlage war gegen das kompakte Team ohne Schwachstellen nicht zu verhindern, obwohl wir mehrmals dicht dran waren.“
TV Brühl: Göbel, Pristl; Roos, Zeko (1), Gross (3), Hartmann (3), Rühle (3/1), Werle-Urban (1), Garvanovic, Tomann (2), Röschel (14/5).
ako