Rhein-Neckar Löwen kein Prüfstein

Verbandsliga Frauen: TV Brühl – Rhein-Neckar Löwen 32:17 (18:10)

Die Frauen der Rhein-Neckar Löwen tauchten als unbeschriebenes Blatt in Brühl auf, die Unkenntnis ihrer Spielstärke war bei den Verantwortlichen des TVB zu spüren, erzeugten aber kein großes Kopfzerbrechen. Das wäre auch nicht nötig gewesen, denn die Gastgeberinnen schickten die Gäste mit einer 17:32 Packung nach Hause. Während die Löwen das Tabellenende zieren, tummeln sich die spielfreudigen Brühlerinnen weiter mit an der Spitze.

Trainer Örs Konrad hatte sich vor Beginn der Partie seine Gedanken über den Gegner gemacht und betont: „wir müssen auf die Nummer 49 (Anna-Lena Mächtel) aufpassen, die dirigiert das offensive Auftreten. Wenn wir sie einigermaßen in den Griff bekommen, sieht es für uns nicht schlecht aus und das, obwohl mit Torschützenkönigin Maike Röschel und Kreisläuferin Anja Gross zwei erfahrene Stammkräfte aus privaten Gründen nicht mit dabei sind.“

Mächtel traf insgesamt neunmal, darunter vier Siebenmeter, aber der gesamte Rest der Löwentruppe verbreitete keinesfalls schlaflose Nächte. Da trumpften die Gastgeberinnen gänzlich anders auf. Sie spielten schnell nach vorne und dem Brühler Kombinationswirbel stand die Gästeabwehr oft fast hilflos gegenüber. Aus allen Lagen wurden schön herausgespielte Treffer erzielt, Laura Hartmann und Joceline Tomann waren mit insgesamt 14 Toren die Treffsichersten. Und da die Brühler Abwehr sehr sicher stand, frühzeitig attackierte und herausrückte blieb es bei wenigen Einschlägen im TV-Kasten. Das hatte darüber hinaus auch noch einen anderen Grund, denn Keeperin Ann-Kathrin Göbel erwischte erneut einen absoluten Sahnetag und entnervte damit die Löwenoffensive weiter. So war es schon recht früh ersichtlich, daß die Brühlerinnen die Partie nicht nur im Griff hatten, sondern die Partie auch gewinnen würden. Nach zwölf Minuten hieß es bereits 7:3 und auch eine Gästeauszeit nutzte da wenig. Die mannschaftliche Geschlossenheit, dazu ohne Schwachpunkte, war frappierend und als nach 30 Minuten die Pausensirene ertönte, stand es 18:10. Die Brühler Handballfans lehnten sich für die zweite Halbzeit förmlich entspannt zurück.

Nach Wiederbeginn machten die Gastgeberinne zunächst weiter Druck auf den gegnerischen Kasten, 27:15 hieß es da bereits nach 47 Minuten. Im Anschluß ließen sie es dann etwas geruhsamer angehen, ohne daß es den Löwen dabei besser erging. Die gingen mit zunehmender Spieldauer rustikaler zu Werke, die Folge waren insgesamt acht Zeitstrafen. Auch das ein weiterer Grund, daß die den Gästen in der zweiten Hälfte nur noch sieben Treffer gelangen. Brühl ging weiter auf Torejagd, am Ende waren es 32 eigene Treffer.

Örs Konrad nach dem Spiel: „trotz des Fehlens von zwei Schlüsselspielerinnen haben wie erneut einen spielerischen Schritt nach vorne gemacht. Nach rund zwei Jahren sind wir als Mannschaft weiter gereift, obwohl wir fünf Neue dabei haben, die sich alle in den Dienst der Mannschaft stellen und gute Spiele abliefern. Darauf können wir aufbauen. Die Mannschaft macht es aus.“

TV Brühl: Göbel, Schmitt; Roos (2), Zeko (1), Waldmann, L. Hartmann (8), Lang (3/3), Joerg (2), J. Hartmann (3), Tomann (6), Garvanovic (3/2), Bühler (4).

ako            

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