Verbandsliga Frauen: TV Brühl – SG Heidelsheim/Helmsheim 21:26 (8:15)
Die Personalmisere treibt beim TV Brühl mittlerweile seltsame Blüten. Auf Grund von beruflichen Sondereinflüssen und Krankheiten dezimierte sich der Brühler Kader vor der bedeutungslosen Partie gegen die SG Heidelsheim/Helmsheim bedenklich weiter. Julia Werle-Urban und Joceline Tomann waren neben den bekannten Ausfällen die neuesten Absagen. Das traf die Gastgeberinnen und deren Trainer Örs Konra wie ins Mark. Auf dem Papier sah das so aus: neben den beiden Torhüterinnen Ann Kathrin Göbel und Sandra Pristl gab es ganze sechs Feldspielerinnen. Aus der 2. Mannschaft des TVB erklärte sich Julia Schimmel dazu, unterstützend mit aufzulaufen, obwohl sie zuvor 60 Minuten auf der Platte durchgespielt hatte. Ein absolutes Novum präsentierte sich Sandra Pristl selbst. Unter dem Beifall des Publikums machte sie den Rechtsaußen und zwar absolut Verbandsliga tauglich. Somit hatte Örs Konrad die Möglichkeit, wenigstens zwei Spielerinnen auf der Bank sitzen zu haben. Das wurde im Verlauf der Partie auch bitter nötig, denn die umkämpfte Begegnung forderte verletzungsbedingten Tribut.
Durch das nicht Vorhandenseins eines erklecklichen Rückraums, alle vier in Frage kommenden Akteure waren nicht einsatzbereit, war es gerade zu Beginn eine Frage des spielerischen Überlebens. Natürlich hatten die Gäste den Braten sofort gerochen und griffen beherzt an, die völlig neu formierte TV-Deckung mehrmals nicht im Bild und im Spiel nach vorne wurden jede Menge technische Fehler produziert. Heidelsheim/Helmsheim, nicht gerade die Übermannschaft der Saison, griff die Chance am Schopf und lag nach der Anfangviertelstunde mit 11:4 vorne. Eine erste Brühler Auszeit war natürlich ergebnislos, was sollte Örs Konrad denn auch machen. Der sieben Tore Vorsprung hatte auch zur Pause beim 15:8 noch Bestand.
Gehen bei den Brühlerinnen in der zweiten Hälfte die Lichter rapide aus? Erstaunlicherweise nicht, denn jetzt erwachte der Kampfgeist. Die Gastgeberinnen verkürzten den Rückstand zusehends, die Gäste kamen dagegen wegen der inzwischen gut gestaffelten Abwehr kaum mehr zu vernüftigen Abschlüssen. Der Riesenrückstand verwandelten die Brühlerinnen nach einer Viertelstunde in ein knappes 17:18. War da noch mehr drin? Die Gäste gerieten immer mehr ins Schwimmen und als Anja Gross in Minute 51 den 20:20 Gleichstand erzielte, stand die Halle Kopf. Die Riesenleistung des TVB hielt bis fünf Minuten vor Schluß beim Stand von 21:22. Danach klappte kaum mehr etwas und die Gäste gewannen am Ende schmeichelhaft mit 26:21. Beste Spielerin auf der Patte war übrigens wieder einmal Keeperin Ann-Kathrin Göbel, die phantastisch hielt und die Erkenntnis, daß selbst die völlig unterbesetzte TV-Mannschaft ein tolles Spiel hingelegt hatte und das Tempo 60 Minuten lang hielt.
Das sah auch Örs Konrad so: „meine Mädels haben hervorragend gekämpft und mit nur zwei Spielerinnen mehr an Bord hätten wir die Partie sicher nach Hause gebracht.“
Die letzt Saisonbegegnung absolvieren die Brühlerinnen am Sonntag, 3.5. um 17 Uhr, bei dem BSC Phönix Sinzheim.
TV Brühl: Göbel; Roos (5), Zeko (5), Gross (4), Hartmann (2), Rühle (1), Schimmel, Garvanovic (3/2), Pristl (1).
ako







Tolle Fotos von Dominik Böhm